Verkehrssünder bei der MPU
Wenn der Schein weg ist: mit erfolgreicher MPU zurück ans Steuer
Eine gute Vorbereitung ist der Knackpunkt
Bei schweren Verstößen im Straßenverkehr kennt der Gesetzgeber kein Pardon. Sind Alkohol, Drogen oder Medikamente im Spiel oder häufen sich Verkehrsdelikte wie zu schnelles Fahren, kann die Fahrerlaubnisbehörde grundsätzliche Zweifel an der Fahreignung äußern. Meist knüpft sie die Neuerteilung der Fahrerlaubnis an ein positives Gutachten bei einer MPU.
Im Jahr 2025 wurden laut Bundesanstalt für Straßenwesen deutschlandweit 70.135 Medizinisch Psychologische Untersuchungen (MPU) durchgeführt. Thema Nummer eins war der Alkohol mit 40 Prozent, gefolgt von Drogen und Medikamenten (21 Prozent) und anderen Auffälligkeiten, wie etwa Tempodelikte, Rotlichtverstöße oder Telefonieren am Steuer. Nur knapp 58 Prozent der MPU-Teilnehmenden wurden als „geeignet“ befunden, ein Kraftfahrzeug zu führen. Bei 38 Prozent lautete das Urteil „ungeeignet“. Etwa 4 Prozent erhielten die Chance, durch den Besuch eines Kurses bei einem amtlich anerkannten Träger die Kraftfahreignung wieder herzustellen und anschließend die Fahrerlaubnis zu erneuern.
„Eine gründliche Vorbereitung ist der entscheidende Knackpunkt, um die MPU erfolgreich abzuschließen“, sagt Dr. Thomas Wagner, Leiter der Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) bei DEKRA. Er empfiehlt, wie folgt vorzugehen:
• Äußert die Fahrerlaubnisbehörde Bedenken an der Fahreignung, zeitnah eine digitale MPU-Info-Veranstaltung im Web besuchen. Zum Beispiel Suchbefehl: DEKRA MPU Infoveranstaltung digital (circa 26 Minuten).
• Die sich ergebenden Fragen bei einer Präsenz-Infoveranstaltung (kostenlos) klären (Termine unter www.dekra.de/de/mpu-Infoveranstaltung/). Danach kann man einen MPU Antrag bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde am Hauptwohnsitz stellen.
• Der nächste Schritt ist eine individuelle Fahreignungsberatung. Sie ist mit Kosten verbunden und Sache einer von der MPU-Begutachtungsstelle unabhängigen Einrichtung. Da es auch dubiose Angebote gibt, heißt es genau hinschauen. Experte Dr. Wagner: „Der Anbieter sollte die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Kompetenzen besitzen, etwa durch Psychologen mit Diplom- oder Masterabschluss.“
• Einen MPU-Termin an einer Begutachtungsstelle für Fahreignung vereinbaren. Am Tag der MPU sollte eine im Einzelfall erforderliche Maßnahme zur Förderung der Fahreignung erfolgreich abgeschlossen sein.
Text und Foto: DEKRA
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