EU: Motorsport von Gesetzgebung zu Verkehrsversicherungen ausnehmen

Das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und der Europäische Rat sind sich einig, dass der Motorsport eine andere Versicherung erfordert als das Fahren auf der Straße. Dies beendet die jahrelange Unsicherheit bezüglich der Mindestversicherungsanforderungen, die den Sport unpraktisch oder zu kostspielig machen könnten.

Das teilte der Welt-Motorradsport Verband FIM unter Berufung auf EU-Informationen mit. In einem als Trilog bezeichneten Verfahren haben sich die Institutionen der Europäischen Union darauf geeinigt, dass neue Änderungen der bestehenden Gesetze zur Kfz-Versicherung ausdrücklich Motorsportaktivitäten ausnehmen sollen, um „Überregulierung“ zu vermeiden. Diese Versicherung ist heute im Motorsport gang und gäbe und ist besser auf die besonderen Umstände des Wettbewerbs gerüstet. Es sind noch einige Formalitäten zu erledigen, bevor die Rechtsvorschriften auf EU-Ebene in Kraft treten (was bis Ende 2021 erfolgen soll).

Danach müssen die EU-Mitgliedstaaten die Gesetzgebung bis Ende 2023 in nationales Recht umschreiben. Viele Mitgliedsstaaten haben jedoch ähnliche Gesetze, so dass dies möglicherweise bereits geschehen ist oder nur geringfügige Formulierungsänderungen erfordert.

Die ursprüngliche Kampagne stammt aus dem Jahr 2014, als ein landwirtschaftlicher Unfall zu einer geänderten Auslegung des EU-Kraftfahrzeugversicherungsrechts führte. Zuvor ging man in den meisten Ländern davon aus, dass sich das EU-Kfz-Versicherungsrecht nur auf Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen oder auf öffentlichen Plätzen wie Parkplätzen bezieht. Der Gerichtshof der Europäischen Union hat jedoch entschieden, dass für alle Nutzungen von Fahrzeugen an allen Orten (einschließlich Fahrzeugen auf einer Rennstrecke) mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung erforderlich ist.

Die FIM, der Automobilsport Weltverband FIA und ACEM setzten sich zusammen mit ihren Mitgliedern und verwandten Verbänden dafür ein, die Gesetzgebung dahingehend zu ändern, dass der Motorsport ausdrücklich ausgenommen wird. Motorsport verfügt bereits über ein komplexes Set an Versicherungen, die Teilnehmer, Volunteers und Zuschauer für finanzielle Verluste entschädigen. Wenn sich die bestehenden Rechtsvorschriften nicht ändern würden, müssten einzelne Fahrer einzeln versichert werden, was zusätzliche Kosten und Komplexität zur Folge hätte, ohne dass die Ergebnisse für die beteiligten Personen notwendigerweise verbessert würden. Dies hätte die Teilnahme am Motorsport vor allem für junge Hobbyfahrer mit zu erwartenden Versicherungsprämien von mehreren Tausend Euro pro Fahrer viel zu teuer gemacht.

FIM-Präsident Jorge Viegas sagte: „Dieses Ergebnis wird von der FIM sehr begrüßt und stellt einen vernünftigen und pragmatischen Abschluss der Diskussionen dar. Motorsport ist einzigartig und es ist wichtig, ihn in der Gesetzgebung als solchen anzuerkennen, um sicherzustellen, dass unsere Konkurrenten, Freiwilligen und Zuschauer angemessen abgesichert sind, wenn etwas schief geht.“

 

Foto: Schiffner


Veröffentlicht am: 24.06.2021 | Kategorie: News | Zugriffe: 1274
Dieser Newsbeitrag wurde verfasst von:

DMV Redaktion

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