DMV Goodyear Racing Days Zolder: Spannende Rennen in allen Serien
Vom 10. bis 12. Juli gastierten die DMV Goodyear Racing Days im belgischen Zolder und boten wie gewohnt spannende Action in allen teilnehmenden Serien.
DMV Polo Cup Germany
Hitzeschlacht in Zolder wirbelt Meisterschaft zur Saisonhalbzeit durcheinander: Bradley Liebenberg ist neuer Führender
Atemberaubende Hitzeschlacht, fahrerische Meisterleistungen und ein dramatisches Meisterschafts-Beben: Das erste Auslands-Highlight des Polo Cup Germany powered by German eFuel One auf dem belgischen Circuit Zolder bot alles, was das Motorsport-Herz begehrt. Bei extremen Bedingungen von bis zu 35 Grad Celsius feierte die Serie eine Premiere mit einem spektakulären Sonderformat.
Um den Ausfall des Hockenheim-Auftakts zu kompensieren, wurden in Zolder erstmals drei eigenständige Zeittrainings und drei eigenständige Rennen an einem einzigen Wochenende gefahren, ein physischer und mentaler Härtetest für das starke Starterfeld von 20 Fahrzeugen. Pünktlich zur Saisonhalbzeit führte das intensive Wochenende zu einer dramatischen Wachablösung an der Tabellenspitze.
Rennen 1: Wieninger triumphiert nach turbulentem Start
Schon im ersten Qualifying setzte Luca Wieninger (Max Kruse Racing) mit einer dominanten Fabelzeit und der Pole-Position ein dickes Ausrufezeichen. Der Start zum ersten Lauf verlief dann hochdramatisch: Im dichten Getümmel der ersten Kurve schied Cedric Piro nach einer Kollision aus und rief das Safety-Car auf den Plan. Noch unter Gelb erhielt der zweitplatzierte Franco Fahrbach eine bittere 5-Sekunden-Strafe wegen einer nichtkorrekten Startposition.
Beim Restart setzte sich Wieninger ab und feierte trotz enormen Drucks von Leon Arndt (FAR Performance) einen verdienten Start-Ziel-Sieg. Durch Fahrbachs Strafe erbte der Südafrikaner Bradley Liebenberg den dritten Platz auf dem Podium. Meisterschaftsleader Julian Konrad betrieb nach einem durchwachsenen Qusalifying mit Platz sechs wichtige Schadensbegrenzung.
Luca Wieninger (Sieger): „Das Rennen war von Anfang an extrem heiß. Ich musste mich am Start und nach dem Safety-Car gegen Leon und Franco verteidigen. Das ist uns perfekt gelungen. Danach habe ich die Lücke kontrolliert und den Sieg sicher ins Ziel gebracht.“
Leon Arndt (Platz 2): „Es war ein sehr hartes Rennen, aber ich hatte einen super Start und konnte direkt an Franco vorbeigehen. Es war ultra heiß im Auto und ich habe bis zur letzten Sekunde gekämpft, um noch irgendwie an Luca ranzukommen. Das hat riesigen Spaß gemacht!“
Bradley Liebenberg (Platz 3): „Es war unheimlich schwieriges Rennen – viel heißer, als wir es hier in Europa gewohnt sind. In Südafrika haben die Autos Wassersprühsysteme für die Kühler, das war hier echte Knochenarbeit. Die Punkte für Platz drei durch die Strafe vor mir nehme ich natürlich gerne mit.“
Rennen 2: Liebenberg siegt im packenden Sekunden-Duell
Im zweiten Qualifying schlug Franco Fahrbach mit der Pole-Position zurück, verlor die Führung im Rennen aber direkt beim Start an Bradley Liebenberg, der in Kurve eins volles Risiko ging. Über die gesamte Distanz entwickelte sich ein packender Zweikampf, den der erfahrene Südafrikaner hauchdünn mit 0,455 Sekunden Vorsprung vor Fahrbach für sich entschied. Max-Kruse-Racing-Pilot Luca Wieninger komplettierte das Podium als Dritter, nachdem er trotz einer Berührung mit einem Reifenstapel und beschädigtem Kotflügel den heranstürmenden Leon Arndt erfolgreich abwehren konnte.
Der Meisterschaftskampf wurde in diesem Lauf völlig auf den Kopf gestellt: Tabellenführer Julian Konrad schied nach einem Fahrfehler bereits in Runde eins vorzeitig aus und auch Mike Müller fiel mit einem Reifenschaden hoffnungslos zurück. Tyler Robinson als zwischenzeitlich beste Dame wurde auf einem starken siebten Platz liegend durch einen technischen Defekt gestoppt. Beste weibliche Starterin wurde Sophie Hofmann auf Rang zehn.
Bradley Liebenberg (Sieger): „Ich wusste bei dieser Hitze: Wer aus Kurve eins führt, gewinnt das Rennen, weil das Hinterherfahren extrem schwer ist. Also habe ich beim Start alles riskiert und voll reingehalten. Danach ging es nur noch darum, die Temperaturen des Autos zu managen.“
Franco Fahrbach (Platz 2): „Mein Start war eigentlich gut, aber Bradley hat in Kurve eins extrem reingestochen. Ich bin da lieber auf Nummer sicher gegangen. Ich konnte das ganze Rennen über dicht an ihm dranbleiben, aber Überholen ist hier verdammt schwer. Trotzdem bin ich mit P2 superzufrieden.“
Luca Wieninger (Platz 3): „Aus Teamsicht war der Start nicht optimal, da Franco die Führung verloren hat. Ich habe dahinter alles gegeben, um Druck zu machen, habe dann aber leider einen Reifenstapel touchiert. Der Kotflügelschaden hat uns etwas Performance gekostet, aber ich bin froh, dass ich Platz drei noch ins Ziel retten konnte.“
Rennen 3: Startdrama und furiose Aufholjagden im Finale
Bradley Liebenberg untermauerte seine Topform mit der Pole-Position für das Finale. Dahinter herrschte Hochspannung: Julian Konrad konnte nach einer langwierigen Unfallreparatur erst ganz spät ins Qualifying eingreifen und musste das Rennen ebenso wie die vom Pech verfolgte Tyler Robinson von ganz hinten aufrollen.
Direkt nach dem Start kam es zum teaminternen Drama bei Max Kruse Racing, als sich Wieninger und Fahrbach in der ersten Kurve berührten, wodurch Wieninger weit zurückfiel. Liebenberg nutzte die freie Bahn an der Spitze für einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor dem konstant starken Leon Arndt und Franco Fahrbach.
Die Sensation des Rennens lieferte jedoch Julian Konrad: Vom 18. Platz gestartet, stürmte der Sinziger mit perfektem Reifenmanagement bis auf den sechsten Rang vor und hielt seine Titelchancen am Leben. Auch Luca Wieninger zeigte eine beeindruckende Aufholjagd und kämpfte sich in der letzten Runde noch auf Platz sieben vor. Beste Dame wurde Sophie Hofmann auf Rang 16.
Bradley Liebenberg (Sieger): „Was für ein perfektes Finale! Nach dem Startschlamassel hinter mir hatte ich freie Bahn und konnte das Rennen von vorne diktieren. Das Auto lief fantastisch und der Start-Ziel-Sieg ist die Krönung dieses unglaublichen Wochenendes.“
Leon Arndt (Platz 2): „Ich konnte den Startkorridor optimal ausnutzen und mich direkt auf Platz zwei festsetzen. Bradley war heute einfach unschlagbar, aber P2 nach diesem harten Kampf fühlt sich fantastisch an. Drei absolut konstante Rennen in den Top 4 – das war genau unser Ziel.“
Franco Fahrbach (Platz 3): „Der Start war turbulent und die Berührung in Kurve eins mit Luca natürlich alles andere als optimal. Zum Glück konnte ich die Situation retten und mich auf Rang drei behaupten. Danach war es ein extrem hartes Rennen gegen Mike Müller, der von hinten unheimlich gedrückt hat. Bei der Hitze den dritten Platz zu verteidigen, war echte Knochenarbeit, aber ich bin froh über das Podium.“
Starke Gaststarter bereicherten das Feld
Ein weiterer Höhepunkt des Zolder-Wochenendes war das Antreten hochkarätiger Gaststarter aus der Benelux-Region. Diese Starts boten einen ersten exklusiven Ausblick auf die für das kommende Jahr geplante Kooperation mit dem neuen, für 2027 initiierten Polo Cup Benelux. Laurents de Wit demonstrierte dabei fahrerische Klasse auf hohem Niveau und platzierte sich in allen drei Wertungsläufen konstant in den Top 10 (Plätze 8, 6 und 10). Auch Fabian Schonhooven, der für das renommierte Team Molkenboer Autosport antrat, überzeugte mit einer starken Performance.
Im ersten Rennen kämpfte er sich mit präzisen Überholmanövern bis auf den neunten Rang vor. Nach einem Ausfall aufgrund eines Folgeschadens eines Ausrittes im zweiten Lauf meldete er sich im Finale eindrucksvoll zurück und wiederholte dieses starke Ergebnis mit einem weiteren neunten Platz.
Das Team Molkenboer Autosport – sonst in internationalen Serien wie der TCR und GT4 aktiv – gehört zu den treibenden Kräften hinter der Etablierung der neuen Benelux-Serie. Obwohl beide Gaststarter reglementsbedingt keine Meisterschaftspunkte erhielten, werteten sie das sportliche Niveau des Feldes maßgeblich auf.
Spannungs-Garantie zur Saisonhalbzeit
Das Wochenende in Zolder sorgt pünktlich zur Saisonhalbzeit für eine dramatische Wachablösung. Mit zwei Siegen und einem dritten Platz krönt sich Bradley Liebenberg (313 Punkte) zum neuen Halbzeitmeister. Der Südafrikaner führt die Tabelle nun vor den Max-Kruse-Racing-Piloten Franco Fahrbach (286 Punkte) und Luca Wieninger (278 Punkte) an.
Leon Arndt lauermit mit 273 Punkten auf Rang vier, während der bisherige Meisterschafts-Dominator Julian Konrad (265 Punkte) nach seinem rabenschwarzen Wochenende auf Platz fünf abrutscht, durch seine spektakuläre Schadensbegrenzung im Finale jedoch weiterhin voll im Titelrennen bleibt.
Thorsten Willems, Serienorganisator des Polo Cup Germany:
„Zolder war fahrerisch und materialtechnisch die erwartet harte Nuss, aber was unsere Teams und Fahrer hier bei 35 Grad abgeliefert haben, war absoluter Spitzen-Motorsport. Das neue Dreifach-Format hat pünktlich zur Saisonhalbzeit für maximale Spannung gesorgt, aber auch die Herausforderung auf die Spitze getrieben. Die Meisterschaft ist nun extrem eng zusammengerückt. Dass wir in Zolder ein stark besetztes Feld von 20 Autos präsentieren konnten und das Interesse auch aus den Benelux-Staaten so enorm wächst, macht uns stolz. Wir blicken voller Vorfreude auf die zweite Saisonhälfte.“
Nach der Sommerpause geht es vom 25. - 27. September im Osten Deutschlands auf dem Lausitzring weiter, wo nach Zolder das zweite Dreifach-Event auf dem Programm steht.
DMV STGT
Jürgen Oehler mit Doppelsieg in Zolder
Mit einem Doppelsieg für Jürgen Oehler (Porsche 992 GT3 Cup) ging der vierte Saisonlauf der DMV STGT in Zolder über die Bühne. Knapp dahinter landete im ersten Rennen Horst Kespohl (Ferrari 296 GT3), während sich im zweiten Durchgang nach einem packenden Positionskampf Ioannis Smyrlis (Porsche 992 GT3 Cup) Platz zwei sicherte.
Für Jürgen Oehler hatte sich die Fahrt nach Zolder gelohnt. Zweimal stand der Porsche-Pilot ganz oben auf dem Treppchen. Im ersten Rennen verteidigte Oehler seine Pole-Position, während dahinter Teamchef Ioannis Smyrlis und Horst Kespohl folgten. Nach vier Runden schnappte sich der Ferrari-Pilot die zweite Position. Runde für Runde robbte sich Kespohl näher an den Führenden heran. Doch Oehler leistete sich an der Spitze keinen Fehler und siegte mit 1,229 Sekunden Vorsprung.
„Am Anfang wurde der Abstand zu den anderen zunächst immer größer. Dann kam Horst Kespohl aber immer näher, weil ich erneut Probleme mit dem ABS hatte. Da hat er nochmals einen Riesensatz gemacht und Blut geleckt, weil er mich wieder in Sichtweite hatte. Am Schluss waren auch die Reifen durch. Jetzt bin ich zufrieden und glücklich“, befand Oehler. Lobende Worte gab es vom knapp geschlagenen Zweitplatzierten: „Jürgen Oehler ist ein toller Fahrer. Er hat nicht den kleinsten Fahrfehler gemacht. Es wäre zu risikoreich gewesen, wenn ich es mit der Brechstange versucht hätte, reinzustechen. Er hat sich gut gewehrt und den Sieg ins Ziel gebracht.“
Dahinter fiel Ioannis Smyrlis noch hinter Thomas Vital (Ferrari 488 Challenge Evo) zurück. Knapp vor Ralph-Peter Rink (Ferrari 488 Challenge Evo) rettete sich Smyrlis als Gesamtvierter ins Ziel. „Mit den Reifen werde ich nicht glücklich. Solange sie kalt sind, funktioniert es. Da kann ich pushen und bin auch an Horst vorbei. Sobald Temperatur drauf ist, funktioniert es aber nicht mehr. Ich habe jetzt alles probiert, aber es funktioniert einfach nicht. Für mich war es aber trotzdem ein gutes Rennen. Ich habe von Anfang an gepusht. Danach musste ich aber leider abreißen lassen“, erklärte Smyrlis.
Oehler holt sich den zweiten Sieg
Die ersten Runden des zweiten Durchgangs gehörten zunächst Horst Kespohl. Der Zweitplatzierte des ersten Rennens schnappte sich sofort nach der Startfreigabe die Führung. Auch als das Rennen nach einem Startunfall kurz auf FCY geschaltet wurde, behauptete Kespohl bei Grün seine Führung. Dicht dahinter folgten Ioannis Smyrlis und Jürgen Oehler. Letzterer ging zu Beginn der sechsten Runde an seinem Teamkollegen vorbei. Beide Cup-Porsche erhöhten nun den Druck auf den Führenden, der schließlich am Ausgang der Terlamenbocht nachgeben musste und auf Rang drei zurückfiel.
Danach ließ Oehler nichts mehr anbrennen. Er setzte sich von Smyrlis ab, der seinerseits den Abstand zu Kespohl vergrößerte. Mit 11,540 Sekunden Vorsprung auf Smyrlis feierte Oehler schließlich seinen zweiten Sieg des Wochenendes.
Mehrere Klassensieger
Mit den Plätzen sechs und fünf fuhr Uwe Hedderich (Porsche Cayman GT4 RS) zwei Siege in der Cup 4 ein. Die Cup M+T entschied im ersten Heat noch Henrik Seibel (BMW M2 Cup 2.0) für sich. Nachdem für Seibel direkt nach dem Start des zweiten Durchgangs das Aus kam, feierte Sven Moormann (BMW M3 E46) gleich bei seinem Premierenwochenende den ersten Klassensieg.
DMV STGT 66
Lindemann siegt im starken STGT 66 Feld
In einem stark besetzten STGT 66 Feld feierte Thomas Lindemann (Porsche 992 GT3 Cup) bei seiner Premiere gleich den Gesamtsieg. Hinter ihm komplettierten Matthias Hell (BMW M4 GT4) und Hedderich/Schulte (Porsche Cayman GT4 RS) nach einem spannenden Rennen in Zolder das Podium.
Es dauerte bis zur 20. Runde, ehe sich Thomas Lindemann an die Spitze gearbeitet hatte. Der spätere Sieger war aus der Boxengasse dem Feld hinterher gestartet, machte aber schnell Boden gut. Durch den Pflichtstopp rutschte Lindemann wieder von der Eins, profitierte aber schließlich von den Problemen des führenden Nick Hancke. Mit 41,488 Sekunden Vorsprung sicherte sich der Porsche-Pilot schließlich den deutlichen Gesamterfolg.
„Ich bin mit 40 Sekunden Rückstand rausgefahren. Eigentlich wollte ich einfach nur mitfahren, als ich die Gelegenheit bekam. Ich hätte nie gedacht, dass ich das hier gewinne. Als ich gesehen habe, dass wir eine Chance haben, ganz nach vorne zu kommen, habe ich gepusht. Es war ein tolles Erlebnis, den Sieg habe ich richtig genossen“, freute sich Lindemann über den unerwarteten Gesamtsieg.
Spannende Anfangsphase
Die Anfangsphase des Rennens war vom Vierkampf der BMW M4 GT4 geprägt. An der Spitze behauptete sich zunächst Philipp Pippig vor Erik Bänecke, Matthias Hell und Nick Hancke. Als Erstes erwischte es aus der Spitzengruppe Bänecke, der seinen M4 nach Problemen mit einem Sensor für das Getriebe in der Box abstellte. Kurz darauf war auch für Pippig Schluss, der über Temperaturprobleme klagte. Dadurch übernahm Hancke die Führung und erarbeitete sich einen komfortablen Vorsprung vor Hell. Doch auch bei Hancke lief es nach seinem Stopp plötzlich nicht mehr rund. Nach 29 Runden kam auch für ihn das Aus. „Kurz vor dem regulären Boxenstopp hatte ich schon mal eine Fehlermeldung im Display. Und nach dem Stopp kam die Fehlermeldung erneut. Ich bin dann zur Sicherheit reingefahren und habe das Auto abgestellt“, so Hancke.
Dadurch war für Matthias Hell, der nach Hanckes Aus bereits Führungskilometer gesammelt hatte, der Weg zum zweiten Gesamtplatz frei. Der BMW-Pilot holte sich damit auch den Sieg in der stark besetzten Cup 4 Klasse. „Das Rennen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich bin zum ersten Mal hier in Zolder und ich kannte die Strecke überhaupt nicht. Bei der Hitze kam mir auch die Klimaanlage im Auto zugute. Ich fuhr auch nur mit einem Satz Reifen, was bis zum Schluss funktionierte“, bilanzierte Hell.
Porsche-Duo auf Rang drei
Den dritten Gesamtrang holten sich Uwe Hedderich und Rudolf Schulte, die damit hinter Hell den zweiten Platz in der Cup 4 belegten. Das Porsche-Duo lauerte zunächst hinter den schnellen M4 auf der fünften Position, ehe bei der Konkurrenz der Defektteufel zuschlug. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Uwe Hedderich: „Es hat richtig Spaß gemacht gegen die BMW zu fahren. Die Überholmanöver waren gut und es hat dabei alles gut funktioniert, auch mit den 318ti. Das war sensationell. Es war eine schöne Abwechslung.“ Auch Teamkollege Schulte zeigte sich zufrieden: „Es war mein erstes Rennen hier mit Uwe zusammen. Er hatte das gut vorbereitet und ich konnte das Auto nach der Hälfte der Zeit übernehmen. Wir hatten uns als Ziel gesetzt, dass wir es auf das Podium schaffen. Das haben wir nun auch erreicht. Ich bin mächtig stolz, dass das auch geklappt hat.“

Packendes M2-Duell
Viel Spannung bot das Duell zwischen Henrik Seibel und Mika König um den Sieg in der BMW M2 Cup 2.0 Klasse. Ohne Trainingszeit musste König von hinten starten, lag aber schnell direkt hinter Seibel. Drei Runden lang setzte König seinen Klassenkonkurrenten unter Druck, ehe er vorbeiging. Doch Seibel blieb dran und holte sich im achten Umlauf die Klassenführung zurück. Nach den Pflichtstopps lag zunächst wieder König vorne, ehe Seibel in der letzten Runde das Duell für sich entschied. „Wir haben die Chance genutzt, um etwas Testkilometer zu fahren. Wir konnten recht konstant ein paar Runden absolvieren. Leider hatte ich eine kleine Berührung. Das war eine unglückliche Situation. Aber das haben wir schon geklärt. Ansonsten habe ich mich mit Henrik Seibel schön gefightet“, berichtete König.
Dahinter vervollständigten Frederik Läuferts / Hermann Läuferts (Porsche 991 GT3 Cup) vor Michael Neuhauser (BMW E46 WTCC), den Cup 1 Siegern Chriscielewski / Panai (BMW 318ti Cup), Sascha Sieber (BMW 318ti Cup) und Nick Hancke die Top 10. Das sechstplatzierte Vater-Sohn-Duo zeigte sich vom STGT 66 Format begeistert: „Es war das erste Rennen, das ich mit meinem Vater gemeinsam fuhr. Ich bin ein Riesen-Endurance-Fan. Da macht das dann noch mehr Spaß“, so Frederik Läuferts. Auch Hermann Läuferts fand Gefallen: „Es war ein tolles Rennen und hat sehr viel Spaß gemacht. Tolles Rennen, eine tolle Veranstaltung.“ Beide sicherten sich zudem den zweiten Platz in der Cup S vor Richard Theurer (Porsche 991 GT3 Cup).
Weitere Klassensieger
In der ebenfalls gut besetzten Cup 1 Klasse entschied eine Zeitstrafe über den Sieg. Ein zu kurzer Stopp kostete Sascha Sieber 70 Strafsekunden, welche ihn hinter Chriscielewski / Panai auf Platz zwei zurückwarfen. Platz drei holten sich Hermann / Hermann. Der Sieg in der Cup TC ging an Michael Weingärtner (VW Polo GTI Cup), während Patrick Neider (BMW 325i E90) in der Cup 3 siegte.
DMV BMW Challenge
Hancke mit dem nächsten Doppelsieg
Auch beim vierten Saisonlauf der DMV BMW Challenge war Nick Hancke (M4 GT4 G82) nicht zu schlagen. Wie schon beim Gastspiel auf dem Nürburgring holte sich der BMW-Pilot beide Gesamtsiege. Hinter ihm belegte im ersten Rennen Erik Bänecke (M4 GT4 F82) den zweiten Platz, während im zweiten Lauf Philipp Pippig (M4 GT4 F82) Rang zwei erreichte.
Im ersten Rennen sah es bis kurz vor Schluss nach einem Sieg für Philipp Pippig aus. Dann blieb der Führende plötzlich stehen. Den Erfolg sicherte sich Nick Hancke, der kurz davor an Pippig vorbeigegangen war. „Ich hatte einen relativ schlechten Start und war am Anfang lediglich auf Platz sechs. Ich habe danach jede Lücke genutzt, das war relativ wild. Wir sind etwas mit dem Luftdruck runter, da es in Zolder recht warm ist. Ich denke, dass ich am Ende da einen kleinen Vorteil hatte, weil die Reifen noch gut fahrbar waren“, gab Hancke zu Protokoll.
Der dritte Saisonsieg war für Hancke kein Selbstläufer. Von Startplatz fünf ins Rennen gegangen, dauerte es bis zur neunten Runde, ehe sich Hancke an die zweite Position setzte. Kurz vor Schluss war er an Pippig dran, ehe für diesen mit Getriebeproblemen das Aus kam. „Der Start war gut von mir und ich kam gut weg. Aber irgendwann hat mein Getriebe angefangen Zicken zu machen. Zwei Runden später ging gar nichts mehr. Es ging kein Gang mehr rein und ich bin einfach nur ausgerollt“, so ein enttäuschter Pippig.
Souveräner Start- und Zielsieg in Rennen zwei
Deutlich entspannter verlief dagegen das zweite Rennen am Sonntag. Auch bei der Full Course Yellow war Hancke hellwach, sodass es am Ende mit 6,464 Sekunden Vorsprung auf Philipp Pippig zum souveränen Start- und Zielsieg reichte. „Das Rennen lief für mich ziemlich gut. Beim Start konnte ich meine Position halten und danach durchgehend vorne bleiben. Mit der Full Course Yellow Phase wurde es nochmals etwas gefährlich. Ich musste natürlich ständig den Blick in den Rückspiegel halten“, berichtete Hancke.
Mit seinem zweiten Platz zeigte sich Pippig insgesamt zufrieden: „Ich musste von Platz acht aus starten, kam aber gut durch. Nick war einfach schneller. Ich bin froh, dass das Auto heute auch hielt, weil ich die Punkte mitnehmen wollte. Ansonsten war es ein schönes Rennen.“
Viel Abwechslung in den Top drei
Nach dem Aus für Pippig sicherte sich Erik Bänecke mit 2,643 Sekunden Vorsprung die zweite Gesamtposition vor Matthias Hell (M4 GT4 G82). „Am Anfang lief es für Philipp und mich gut. Wir hatten schon einen Vorsprung herausgefahren. Bei den Überrundungen haben wir Zeit verloren. Von hinten kam Nick sehr schnell heran. Als er sich neben mich setzte, hatte ich das Gefühl, dass ich die Handbremse angezogen habe. Er ging an mir vorbei und setzte sich vor mich“, schilderte Bänecke die entscheidende Szene.
Dagegen musste sich Bänecke im zweiten Durchgang Christoph Driescher (M4 GT4 G82), am Vortag noch Gesamtsechster, knapp geschlagen geben. Nach vier Runden hatte sich Driescher den Platz hinter Bänecke erkämpft. Der hielt fünf Runden lang dem Druck stand, ehe er Driescher ziehen lassen musste. Wirklich absetzen konnte sich Driescher zwar nicht, am Ende reichte es aber zum dritten Gesamtplatz.
„Ich hatte am Ende ein etwas glücklicheres Ergebnis als Erik. Ich konnte in der Schikane noch an ihm vorbeiziehen. Es war ein super Zweikampf und hat viel Spaß gemacht. Kurz vor Schluss hätten die Überrundungsmanöver Erik fast noch in die Karten gespielt“, berichtete Driescher. „Ich hatte mich entschieden, keine neuen Reifen mehr zu verwenden. Christoph kam mit Siebenmeilenstiefeln von hinten. Wir haben super gekämpft. Meine Reifen gingen in die Knie. Ich habe versucht ihn möglichst lange hinter mir zu halten. Aber dann kam der Verbremser in der Schikane. Im Überrundungsverkehr wurde es nochmals eng“, berichtete Bänecke über den Zweikampf.
Klassensiege für Neuhauser und Jamin
Michael Neuhauser (E46 WTCC) überzeugte zweimal als starker Gesamtsiebter und zweimaliger Sieger der GTR 1+2 vor Challenge-Neuling Sven Moormann (M3 E46). Auch in der GTR 3 + Cup M gab es an diesem Wochenende einen Doppelsieger. Bernd Jamin (M240i RC) hielt in beiden Rennen Christian Kautz (330i E46 GT) hinter sich.
Die Cup 3 ging in beiden Rennen an Kurt Strube jun. / Kurt Strube, die mit ihrem 330i E46 GT die Klasse klar im Griff hatten. Dahinter belegten in beiden Rennen Patrick Neider (325i E90) und Nadine Andres (Mini Challenge R53) die weiteren Plätze.
Action im 318ti Sprint Cup
Viel Action und Spannung bot wieder einmal der 318ti Sprint Cup, in dem Jarno Wiese das erste Rennen knapp vor Kay Waschak gewinnen konnte. Gerade einmal 0,4 Sekunden trennten die beiden im Ziel. Klassendritter wurden Rotaru / Savu. „Ich hatte eher einen entspannten Start. Es war ein bisschen Verkehr, aber ich kam richtig gut durch. Ich hatte danach eine Runde gebraucht, um an den beiden vor mir vorbeizufahren. Danach hatte ich ein entspanntes Rennen und war von einem zweiten Platz ausgegangen. Dass Leo dann leider ausgefallen ist, bescherte mir noch den Sieg“, so Wiese.
Damit war die Siegesserie von Leo Geisler, der hinter Simon Gribbe auf Platz fünf landete, gerissen. Dabei hatte Geisler bis kurz vor Schluss die Klassenwertung angeführt. Besser lief es für Geisler am Sonntag, als er sich mit 2,596 Sekunden Vorsprung auf Waschak den Klassensieg holte. Gleich in der ersten Runde hatte sich Geisler auf die erste Position in der Klasse gesetzt und diese nicht mehr hergegeben. Klassendritter wurde Jarno Wiese. „Das war das schwierigste Rennen, das ich bisher hatte. Ich hatte früh die Führung übernommen und dachte, dass ich das Rennen schön verwalten könnte. Das war aber nicht so. Ich hatte Probleme mit der Hitze und den Reifen. Dann war das am Ende nur noch eine Materialschlacht. Ich musste den Vorsprung irgendwie ins Ziel retten. Am Ende war es knapp, aber ich bin überglücklich“, freute sich Geisler.
DMV Classic Masters
Erster Doppelsieg für André Jaschinski
André Jaschinski (BMW 4.0 V8 E30) fuhr beim vierten Lauf des DMV Classic Masters in Zolder einen Doppelsieg ein. Dahinter belegten in beiden Rennen Urs Krämer (Porsche 964) und Björn Ewald (BMW 328i E36) die weiteren Plätze.
Die ehemalige belgische Formel-1-Strecke scheint André Jaschinski zu liegen. Bereits vor drei Jahren hatte sich der BMW-Pilot dort einen Gesamtsieg gesichert. Diesmal legte der amtierende DMV Classic Masters Champion sogar einen Doppelsieg nach. Zumindest im ersten Rennen musste Jaschinski in den ersten Runden den Rückspiegel im Auge behalten. Kurt Strube blieb mit seinem Porsche 964 Cup in Reichweite, musste aber nach drei Runden seinen Neunelfer abstellen. Damit war der Weg für Jaschinski frei.
„Das Rennen heute war schon sehr anspruchsvoll. Die Temperaturen waren wirklich hoch. Das Auto hat geglüht ohne Ende. Beim Rennen, als Kurt Strube hinter mir noch gepusht hat, musste ich das Auto auch ein Stück weit überfahren. Ohne seinen Ausfall wäre es auch sehr knapp geworden, weil ich die letzten Minuten nicht mehr die volle Leistung hatte“, berichtete Jaschinski. Der Grund für den Ausfall des Porsche-Piloten war folgender: „Es war mein Fehler. In der Linkskurve habe ich den dritten Gang rausgeschaltet und wollte in den vierten schalten. Stattdessen habe ich in den zweiten geschaltet. Ich konnte zwar noch die Kupplung drücken, aber ich habe am Motor gehört, dass da was passiert war.“
Am Sonntag hatte Jaschinski etwas leichteres Spiel. Früh baute er den Vorsprung auf Platz zwei aus und konnte danach das Rennen souverän verwalten. Mit 5,931 Sekunden Vorsprung sicherte sich Jaschinski seinen zweiten Sieg am Wochenende.
Urs Krämer zweimal auf Platz zwei
Vom Ausfall seines Markenkollegen profitierte Urs Krämer. In beiden Rennen sah der Porsche-Pilot das Ziel auf Platz zwei. Anspruchsvoller war zumindest der erste Durchgang, in dem Krämer beim Start Plätze verloren hatte. Schnell hatte er sich danach allerdings wieder nach vorne gearbeitet. „Durch die Hitze war es sehr anspruchsvoll, da es im Auto auch sehr heiß wurde. Die Strecke war aber gut. Ich habe gemerkt, dass die Öltemperatur sehr hoch ging. Da musste ich am Ende ein bisschen aufpassen und etwas Gas rausnehmen“, berichtete Krämer über das erste Rennen.
Björn Ewald holt wichtige Meisterschaftspunkte
In der CM 4 ist Björn Ewald momentan kaum zu schlagen. Diesmal landete der BMW-Pilot zweimal auf dem dritten Gesamtrang. Im ersten Rennen blieb Mirko Heuser (Alfa Romeo 147 Cup) zunächst dran, musste dann aber abreißen lassen. „Ich hatte einen Zweikampf mit Heuser. Das war zunächst ziemlich hart. Dann hat der Alfa, glaube ich, Probleme bekommen und musste zurückstecken. Ab da war es dann ungefährdet“, meinte Ewald zum ersten Rennen. Trotzdem zeigte sich auch Heuser mit seinem Rennen zufrieden: „Das Rennen lief zunächst ganz gut. Musste Björn dann aber ziehen lassen. Ich konnte nicht mehr dagegen halten. Danach ging es nur noch darum, das Rennen zu verwalten und ins Ziel zu bringen.“
Auch Dino Heuser blieb am Sonntag zunächst an Ewald dran, musste aber schließlich wegen Temperaturproblemen zurückstecken. Damit feierte Ewald den zweiten Sieg vor Heuser und Markus Rupp (BMW 318ti E36). „Ich konnte eigentlich entspannt das Rennen nach Hause fahren und Material schonen. Zwei Siege am Wochenende sind ein gutes Gefühl und ein wichtiger Schritt in Richtung Meisterschaft“, befand Ewald.
Die CM 2 ging in beiden Rennen an Oliver Abramowicz (BMW 318is E30), während sich Michael Piontek und Robin Renz (beide Chevrolet Cruze Eurocup 1,8) die Siege in der PRTC teilten.
Text & Fotos: arpRedaktionsbüro Patrick Holzer & Polo Cup Germany
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