Nostalgie bei den 40. Hockenheim Classics

Ein rundes Jubiläum ging am Wochenende auf dem Hockenheimring über die Bühne: 40 Jahre Hockenheim Classics - und da war richtig was los im Fahrerlager.

Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte, denn nicht nur auf der Rennstecke wurde wie am Schnürchen Motorsport Nostalgie vom Allerfeinsten geboten. Auch im und um das Fahrerlager war für das Auge sehr viel geboten. Da konnte man, wie in alten Zeiten, den Mechanikern beim Schrauben noch über die Schultern schauen. In den Boxen war eine Ausstellung von alten und älteren Rennmotorräder zu bestaunen. Eines schöner als das andere!

Diese Rennmotorräder wurden in früheren Tagen bei Rennveranstaltungen eingesetzt und die meisten kamen auch am Wochenende im Motodrom zum Einsatz. So waren Motorräder der Marken BMW, Matchless, Horex, AJS, Aemacchi, Benelli, Bimota, DKW, Honda, MZ, Moto Guzzi, Norton, RTM, Yamaha, MV Agusta, Jawa zu sehen und auch zu hören - ein rollendes Museum am Hockenheimring. Es durfte natürlich die Kawasaki nicht fehlen, aus einem ganz bestimmten Grund, denn dieses Motorrad wurde von keinem Geringeren als dem fünffachen Motorradweltmeister Anton (Toni) Mang pilotiert. Ja, er war es wirklich, Anton Mang, der Toni aus Bayern, Deutschlands erfolgreichster Motorradrennfahrer mit 42 Grand-Prix-Siegen, der seiner 350er Kawasaki die Sporen gab.

Ein wirklicher Leckerbissen für die Motorsport-Fans. Es war exakt die Maschine, mit der er genau hier in Hockenheim vor 35 Jahren zum Gewinn des letzten WM Titels der 350 ccm Weltmeisterschaften fuhr. Und sein Mechaniker von damals, Sepp Schlögel, sorgte auch am Wochenende wieder dafür, dass die Kawasaki genau so perfekt lief wie je zuvor. Übrigens, es war auf Sepp Schlögels 70. Geburtstag in diesem Frühjahr, wo die Idee geboren wurde, die alte Werks-Kawasaki nach 35 Jahren aus der Garage zu holen und sie noch einmal rennen zu lassen. Und es sollte in Hockenheim sein, genau zur 40. Hockenheim Classics. Alle waren begeistert! Danke Toni.

Doch da sind heute im Feld der Fahrer noch weitere, die früher in den Grand-Prix Rennen gestartet sind. Helmut Kassner, Horst Lahfeld, Reinhard Hiller und Sepp Hage seien hier genannt und gefahren, aber auch Roland Freymond (Westschweiz), Massimo Broccoli (Italien) und der Schwede Peter Sjösström waren mal wieder die Gäste im Motodrom. Auch in diesem Jahr wieder dabei waren die beiden Gespannweltmeister Rolf Steinhausen und Werner Schwärzel mit seinem Beifahrer Andreas Huber. Einst erbitterte Rivalen, sind heute gute Freunde. Auch der zweimalige Motorradweltmeister Dieter Braun schlenderte durch das Fahrerlager. Es war sehr schön für die vielen Motorsportfans, denn sie konnten auch zu den Fahrern in die Boxen kommen und nicht nur Fotos machen, auch Autogramme bekamen sie nach jedem Wertungslauf.

Am Wochenende trafen sich bei der Oldtimer-Veranstaltung Kenner und Könner der Motorrad Szene und auch jene, die es noch werden wollen. Am Rennwochenende zeigten auf der Rennstrecke im Badischen Motodrom rund 400 historische Motorräder im Rahmen der Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft (DRM) Besuchern waghalsige Manöver und Kurventechniken vom aller Feinsten.

In 17 Wertungsklassen wurde um Punkte für die Deutsche Meisterschaft für historische Renngespanne und Solo-Rennmotorräder gefightet. Doch auch historische Automobile waren am Wochenende bei der 40ten Classics am Start. Rund 150 Fahrzeuge boten den zahlreichen Zuschauern bei ihren Gleichmäßigkeitsläufen der VFV-Autogruppe GLPpro einen besonderen Anblick. Internationales Flair erfuhr die Veranstaltung durch die Läufe der holländischen Historic-Freunde (CMRCH) und durch die Fahrer der IHRO (International Historic Racing Organisation).

Den vollgepackten Zeitplan auf der Rennstrecke komplettieren die jährlich wechselnden Sonderthemen sowie Demonstrationsrunden und ein Sonderlauf des Motor-Sport-Museums am Hockenheimring. Bei der beliebten Zielfahrt über die Strecke gingen am Sonntag 86 Motorräder und 68 Historische Automobile für einige Runden am den Hockenheimring, die aber auch sehr viel Beifall von den zahlreichen Besuchern erhielten.

Das offene Fahrerlager war ein wahres Eldorado für alle Nostalgiefans. Fahrer und Mechaniker lassen sich hier gerne auf einen Plausch über die perfekt aufbereiteten Fahrzeuge ein. Der große Teilemarkt im Fahrerlager und in den Boxen bot den Oldtimer-Enthusiasten und Schraubern so manch begehrtes Ersatzteil.  Am Freitag hatte der Badische Motorsport Club (BMC) 15 Kinder aus dem Hospitz Sterntaler aus Dudenhofen (Pfalz) in Begleitung von Erwachsenen zu der 40. Hockenheimer Classics eingeladen.

Text und Fotos: Franz Hoffmann

 


Veröffentlicht am: 14.09.2017 | Kategorie: News Motorradsport | Zugriffe: 103
Dieser Newsbeitrag wurde verfasst von:

Thomas Schiffner

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