Innovativ gehen die Mofa-Rennteams in die Saison 2019

Elektro-Antrieb und erstmals auch Motorroller beim Mofarennen am Start

Die Motorsportsaison 2019 steht bevor und die Mofa-Teams bereiten schon gewissenhaft ihre Rennmaschinen vor. Neben den Fahrzeugen mit Elektroantrieb wird in diesem Jahr erstmals eine Klasse für Motorroller ausgeschrieben, an der sich Jedermann beteiligen kann.

Es ist die Zeit, in der die ambitionierten Amateur- und Hobby-Rennfahrer ihre „frisierten“ Renn-Mofas für die Saison 2019 wieder in Schuss bringen. Die serienmäßigen Mofas, Mopeds, Mokicks und Kleinkrafträder mit ihren 50 ccm-Zweitaktmotoren werden den verschärften Anforderungen an die 4-Stunden-Rennen im Gelände angepasst und stetig verbessert.

Die Rennmofas tragen klangvolle Namen der Hersteller wie Kreidler, Zündapp, Herkules oder Puch, die den Markt der kleinen Zweiräder bis zum Ende der 1980er Jahre beherrschten.

Bis zu 16 PS quetschen die „Mechaniker“, die meist auch gleichzeitig Fahrer sind, aus den „Motörchen“, die dazu noch auf Haltbarkeit getrimmt werden. Denn nur wer die 4-Stunden-Hatz übersteht, hat eine Chance auf eine gute Platzierung.

Obwohl der Spaßfaktor bei diesen offenen Rennen für Jedermann im Vordergrund steht, sind die Teams sehr ehrgeizig und legen großen Wert auf die korrekte sportliche Ausrichtung der Rennen. So genügt z.B. die transpondergestützte Zeitmessung, die die gefahrenen Runden zählt und auf das Hundertstel genau misst, durchaus internationalen Ansprüchen für die Durchführung von Prädikatsläufen im Motorsport.

An den Namen der Teams, wie z.B. „RUM-Fahrer, Team Dreckschleuder, Kolbensprenger Racing oder Zündfrosch“ lässt sich aber erahnen, dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommt.  

 

Fair geht vor

Damit es sportlich fair zugeht bei den Breitensport-Veranstaltungen, die als Team-Wettbewerb mit Langstreckencharakter durchgeführt werden, hat der Deutsche Motorsport Verband e.V. im Jahr 2015 das bewährte Reglement, das der MSC Klein-Krotzenburg e.V. seit dem ersten Mofarennen 2011 erarbeitet und angewandt hatte, für den DMV-Mofa-Cup übernommen. Gemeinsam mit den Veranstaltern wird das Reglement vor Beginn jeder Saison den aktuellen Bedürfnissen angepasst, es ist aber in seinen Grundzügen über Jahre stabil geblieben:

Mindestens zwei bis maximal vier Fahrer/-innen bilden ein Team. Die Renndistanz auf der verwinkelten, ca. 1000 m langen Graspiste mit kleinen Sprüngen oder Schlammpassagen, beträgt 4 Stunden, die in vier unterschiedlich lange Zeitabschnitte gegliedert ist. Gestartet wird jedes Mal im Le Mans-Stil. Wer in den Abschnitten „Halbmarathon, Sprint, Rennen und Marathon“ in der Summe die meisten Runden zurückgelegt hat, ist Sieger seiner Klasse.

 

Innovative Fahrzeuge

Bei den Renngeräten ist von jeher Phantasie und konstruktives Geschick beim Tuning gefragt.  Wer gut schraubt, der gut fährt. Je nach Klasse sind nur bestimmte, genau definierte Modifikationen erlaubt, und die Renn-Mofas werden in die Leistungsklassen „Standard-Mofas, Tuning-Mofas und Prototypen“ eingeteilt.

2019 wird erstmals die Open50 -Klasse, für die modernsten und am Weitesten entwickelten Kleinkrafträder mit wassergekühlten Motoren oder mit mehr als vier Gängen, für den DMV Mofa-Cup 2019 gewertet.

Dass diese Sportart sich durchaus dem Umweltgedanken verpflichtet fühlt und auch innovativer Technik offen gegenübersteht, erkennt man schon daran, dass sogar eigens eine Klasse für Zweiräder mit Elektro-Antrieb eingerichtet wurde.

Studenten der Technischen  Hochschule Aschaffenburg haben auch  für 2019 Interesse, ihr Studienprojekt an den Start zu bringen und sich im harten Wettbewerb dem direkten Vergleich mit den konventionellen Fahrzeugen zu messen. Motorsport im Dienste der Wissenschaft, wie er auch beim Automobilsport in der Formel-E oder ganz aktuell im Motorrad-Straßenrennsport bei der Moto-E praktiziert wird.

 

Neue Rollerklasse

Ein Novum hingegen ist die Zulassung von Motorrollern bei Mofarennen. Im Offroad-Bereich haben wir damit ein echtes Alleinstellungsmerkmal und eine weitere Zuschauerattraktion, weil es bisher in unserem Einzugsgebiet derartige Veranstaltungen für Rollerfahrer nicht gibt.

Mofa- und Kleinkraftrad-Roller waren und sind gerade unter den Jugendlichen sehr beliebt, denn sie sind schließlich die legitimen Nachfolger der herkömmlichen Mofas und Mopeds. Mitte der 1990er Jahre bis Ende 2010 boomte der Rollerverkauf in Deutschland, danach ebbte er wieder ein wenig ab.

Wer aber als Jugendlicher schon kräftig an seinem Scooter (to scoot: engl. für sausen, flitzen) geschraubt hat – und das waren nicht wenige – der wird auch heute noch einige spannende Erinnerungen an diese Zeit haben und damit auch keine

Schwierigkeiten bei der Rennvorbereitung seines Rollers.

Die konstruktionsbedingten Nachteile des Roller-Fahrwerks im Gelände, z.B. durch die kleineren Räder, werden im Reglement durch Vorteile beim Tunen der Motoren ausgeglichen. So darf zum Beispiel der Hubraum in der Rollerklasse auf maximal 70 ccm erhöht werden, es genügen aber auch schon die üblichen 50 ccm. Die passenden Tuning-Zylinder sind aber nur für Sportzwecke erlaubt und dürfen im öffentlichen Straßenverkehr sonst nicht verwendet werden.

Den sportlichen Rollerfahrern wird jedenfalls ein attraktiver Rahmen für einen direkten motorsportlichen Vergleich unter Wettbewerbsbedingungen angeboten. Es wird spannend sein, zu beobachten, welches Fahrzeugkonzept sich durchsetzen kann.

Da man die Entwicklung der neuen „Roller70“-Klasse noch nicht abschätzen kann, wird diese zwar noch nicht für den DMV-Mofa-Cup 2019 gewertet. Allerdings wird sie bei allen fünf Veranstaltern in der Tageswertung berücksichtigt.

Wer also schon immer mal mit seinem Scooter ein Rennen fahren wollte, der kann sich mit seinem Team schon jetzt in Ruhe vorbereiten.

 

DMV-Mofacup 2019

Der DMV-Mofa-Cup 2019 ist eine Serie von 5 Veranstaltungen auf leichten Geländestrecken in Hessen und wird von der DMV-Landesgruppe Hessen e.V. ausgeschrieben.

Der Endlauf findet am 7. September 2019 beim 9. 4-Stunden-Mofarennen des MSC Klein-Krotzenburg e.V. statt.

 

Gerechte Cupwertung

Eine Formel zur Punktevergabe sorgt für Gerechtigkeit. Nach dem Motto "viel Feind, viel Ehr" berücksichtigt das System die Anzahl der Starter in der jeweiligen Wertungsklasse. Je mehr Fahrzeuge in einer Klasse am Start sind, desto mehr Punkte können Sieger und Platzierte gewinnen. Deshalb gewinnt nicht automatisch das stärkste Fahrzeug am Ende der Saison den Meistertitel, sondern in der Regel das Team, das sich in der Klasse mit den meisten Startern am häufigsten vorne platzieren konnte.

Weitere Informationen auf: www.dmv-mofacup.de oder www.msc-klein-krotzenburg.de

 

Veranstaltungstermine

11.05.   RMSV Biebesheim

09.06.   MSC Neuenhaßlau

30.06.   MSC Nidda

03.08.   MSC Kefenrod

07.09.   MSC Klein-Krotzenburg e.V.

 

Text: J. Gehre


Veröffentlicht am: 21.01.2019 | Kategorie: News Off-Road | Zugriffe: 2283
Dieser Newsbeitrag wurde verfasst von:

Sandro Melchiori

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