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Eisspeedway Inzell: Deutschland gewinnt Bronze

Erwartungsgemäß gewannen die russischen Fahrer Igor Kononov, Dmitri Khomitsevich und Dmitri Koltakov auch die diesjährige Eisspeedway-Team-Weltmeisterschaft in Inzell.

In Inzell, wo man auf eine 50-jährige Eisspeedway-Tradition zurückblickte, siegte die „Spike-Sbornaja“ mit Punktemaximum vor dem Team aus Österreich mit Franz Zorn, Charly Ebner jun. und Josef Kreuzberger sowie Gastgeber Deutschland. Günther Bauer, Max Niedermaier und Hans Weber fuhren die für Bronze notwendigen Punkte ein und verwiesen in einem echten Krimi die Schweden mit dem Vater/Sohn-Gespann Stefan und Niclas Kallin Svensson sowie Ove Ledström auf Rang vier.

 

Nur eine Woche nach dem rauschenden Eisspeedway-Fest in Berlin stand im oberbayrischen Inzell die von der DMV Landesgruppe Südbayern durchgeführte Team-Weltmeisterschaft 2017 an. Folglich genoss das deutsche, oder genauer gesagt das bayrische Trio Günther Bauer aus Reit im Winkl, Max Niedermaier aus Edling und Hans Weber aus Mitterdarching Heimvorteil. Das war auch 2009 an gleicher Stelle der Fall, als Günther Bauer, Stefan Pletschacher und Florian Fürst mit Bronze die letzte Medaille für Deutschland gewannen. Die bisher einzige Silberne liegt sogar noch fünf weitere Jahre zurück, was Günther Bauer zusammen mit Markus Schwaiger und Robert Eibl ebenfalls in Inzell gelungen war. Insgesamt errangen deutsche Mannschaften bisher 14 Medaillen, die schönste und wertvollste davon am 13. Februar 1983 im Berliner Horst-Dohm-Eisstadion, als Max Niedermaier sen. und Helmut Weber praktisch im Alleingang sensationell Weltmeister wurden und sich die Goldmedaille umhängen lassen konnten. Dritter Fahrer im Bunde war damals Gunter Brandt, der allerdings nicht zum Einsatz kam. 34 Jahre später standen neben dem Routinier Günther Bauer nun die zwei Weltmeister-Söhne Max Niedermaier jun. und Hans Weber im Aufgebot.


Günther Bauer fuhr in Inzell in Topform                                                                               Foto: FIM/Ragondeau

Schon am ersten Tag schufen sich die Piloten unter Leitung von Teamchef Bernd Sagert, seines Zeichens 2. Vorsitzender der vor Wochenfreist in der Hauptstadt Deutschlands gastgebenden Eisspeedwayunion Berlin und dort zugleich Rennleiter, eine hervorragende Ausgangslage. Nachdem Max Niedermaier im ersten Lauf stürzte und im zweiten auch Hans Weber auf Grund einer gerissenen Kette punktelos blieb, starteten Günther Bauer und Max Niedermaier so richtig durch und holten unter anderem drei Mal die volle Punktzahl. Damit brachten sie das Team Deutschland auf Platz drei nach vorn, punktgleich mit den auf Rang zwei geführten Österreichern.

Auch der zweite Tag begann für das deutsche Team mit einer Schrecksekunde, als Max Niedermaier im ersten Heat mit deutscher Beteiligung ein „Unforced Error“ unterlief und er erneut stürzte. Als beim direkten Duell mit Österreich Franz Zorn gewann und Charlie Ebner hinter Günther Bauer Dritter wurde, war in puncto Rang zwei die Vorentscheidung zugunsten der Alpenracer gefallen. Mehr noch, denn die Schweden hatten bis zum Beginn des letzten Durchgangs bis auf zwei Zähler aufgeholt, so dass der Länderkampf Deutschland gegen Schweden die Entscheidung in Sachen Bronze bringen musste. Günther Bauer behielt die Nerven, fuhr mit seinem achten Heat-Sieg drei weitere Punkte ein, so dass den Skandinaviern auch die Plätze zwei und drei in diesem Lauf nichts mehr nutzten.

„Das ist ein toller Erfolg für uns und ein wahnsinnig gutes Gefühl. Nachdem wir so lange warten mussten, hat es heute endlich einmal wieder mit einer Medaille geklappt – und das auch noch in meinem Wohnzimmer“, kleidete Günther Bauer seine Freude in Worte.
Natürlich war auch Max Niedermaier mit dem Erreichten äußerst zufrieden, wenngleich seine zwei Stürze kleine Wermutstropfen waren. „Dadurch ist es noch einmal knapper geworden, als notwendig war, aber es ist halt passiert. Nun haben wir aber den dritten Platz, und nur das zählt am Ende. Schön, dass jetzt bis zum Einzel-WM-Finale reichlich zwei Wochen Pause sind, denn die vielen Rennen in den letzten Wochen haben ganz schön geschlaucht. Seit Anfang Februar war jedes Wochenende ein Rennen, da freut man sich, wenn man mal nicht nur zum Klamottenwechseln nach Hause kommt. In Holland will ich meinen neunten Platz in der WM verteidigen, aber so oder so ist es mit dem DM-Titel und heute Team-Platz drei eine großartige Saison für mich“, fügte der für das Team Eisspeedwayunion Berlin fahrende Max Niedermaier an.
Glücklich war auch der Teamchef Bernd Sagert, der meinte: „Vier Jahre bin ich mit den Jungs schon unterwegs und wir haben schon viele tolle Stunden gemeinsam erlebt. Der Erfolg heute, und noch dazu vor heimischer Kulisse, ist natürlich der vorläufige Höhepunkt. Wir haben in diesem Jahr drei deutsche Fahrer permanent in der WM und uns im Vorfeld schon etwas ausgerechnet. Es hat sich aber wieder einmal gezeigt, dass im Motorsport immer alles passieren kann. Gestern schien sogar Platz zwei möglich, dann wurde es mit Rang drei noch einmal eng. Nun haben wir endlich wieder eine Medaille und dabei für die Zukunft noch Luft nach oben.“


Das deutsche Bronze-Team mit (von links) Günther Bauer, Max Niedermaier, Hans Weber und Teammanager Bernd Sagert   Foto: Schiffner

Das alles sind Gefühlsschwankungen, die das russische Team nicht kennt. Egal welcher der drei Fahrer, Igor Kononov, Dmitri Khomitsevich oder Dmitri Koltakov, wann und von wo aus ins Rennen ging, am Ende stand ein souveräner Eins-Zwei-Sieg zu Buche, so dass die jungen Männer aus dem Land von Väterchen Frost mit der vollen Punktzahl (60) ungeschlagen gewannen. Es war der 35. von 39 möglichen WM-Titeln in der seit 1979 ausgetragenen Team-Weltmeisterschaft für eine Mannschaft aus Russland bzw. der ehemaligen Sowjetunion.

Das rauschende Eisspeedway-Fest in Inzell war aber auch mit etwas Wehmut verbunden: Die „Macher“ Robert Weiss (LG-Vorsitzender), Klaus Peter Schmiedeknecht (Geschäftsführer) und Alexander Lutz (Schatzmeister) organsierten das Eisspeedway letztmalig und überlassen das Ruder nächstes Jahr der jüngeren Generation. Umso schöner, dass das DMV-Trio sich mit einer grandiosen Eisspeedway-Party verabschieden konnte.

Text: Thorsten Horn/Thomas Schiffner